Samstag, 7. April 2012

Südinsel Neuseeland Teil 1

Wie bereits geschrieben, flogen wir am 29.3. von Brisbane (Australien) nach Christchurch (Neuseeland), doch genau diese Voreile wurde uns fast zum Verhängnis. Unser Check-In am Flughafen in Brisbane zog sich bis knapp vor Boardingtime hin, da irgendetwas nicht so wollte, wie sie’s gern gehabt hätten – unser Flug stand nie in Frage, haben sie uns gesagt. Nun gut. Wir sassen im Flugzeug der Air New Zealand, erfreuten uns am spassigen Sicherheitsfilm, genossen das Nachtessen und die Filme. Um Mitternacht sind wir in Christchurch gelandet und nach dem Sicherheitscheck (Knoblauch und Honig musste abgegeben werden und unsere Schuhe wurden vom Herrn mit Latex Handschuhen gereinigt) wurden wir von Sabrina, meiner ehemaligen Schulkameradin abgeholt. Den nächsten Tag verbrachten wir in Christchurch. Seit den Erdbeben im 2010&2011 ist nichts mehr, wie es mal war. Die gesamte Innenstadt ist Sperrgebiet, wird demnächst abgerissen und wieder aufgebaut (demnächst heisst, wenn das Versicherungshickhack vorbei ist, und dies kann dauern). Am Rande der Innenstadt wird mit einer Containermall versucht, der Stadt wieder Leben einzuhauchen. Es ist wirklich sehr bedrückend, es mit eigenen Augen zu sehen, zum Teil sieht es aus wie in einem Kriegsgebiet und wie gesagt, die Innenstadt ist eine Geisterstadt. Abgesehen von dem gibt es sehr schöne, altenglische Gebäude und die Bewohner legen Entschlossenheit zu Tage. Auf dem Spaziergang von Christchurch nach Sumner konnten wir noch weiteres Unglück sehen, welches das Erdbeben gebracht hat. Die mittlerweile einzige Zufahrtsstrasse in den nahen Surferort Sumner ist von den nahen brüchigen Klippen bedroht. Teile von ihr und der darauf stehenden Häuser, fielen beim Erdbeben ab. Die Strasse wird nun von mit Schutt gefüllten Schiffcontainern gesäumt, die herabstürzendes Geröll aufhalten sollen. Die Städter (10% der Bevölkerung sind nach den Beben weggezogen) haben nun Angst nach Sumner zu fahren und die Geschäfte dort leiden sehr darunter. Den Abend verbrachten wir mit Sabrina, Sämi und 2 anderen Schweizern, die es nach Sumner zog, beim Inder in Sumner. Den nächsten, wunderschönen Tag verbrachten wir mit Aussicht von ihrem Haus geniessen, surfen mit Sämi, spazieren, joggen und nochmals Aussicht von ihrem Haus geniessen, in Sumner. Am 1.4. konnten wir dann unser Camper in der sehr freundlichen Vermietung (siehe Gegenteil in Australien Teil 1) abholen. Nach dem Einkauf mussten wir uns von Sabrina, Sämi und Sumner verabschieden. Uns hat es wirklich von Anfang an sehr gut gefallen und wir fühlten uns zu Hause, wie noch nie auf dieser Reise. Das Tagesziel hiess Banks Peninsula. Die Halbinsel, welche aus einem Vulkan entstand, liegt unterhalb von Christchurch und bietet wunderschöne Hügel, Täler und Buchten. Delfine, die sich, im zum Meer offenen, Vulkankrater ein zu Hause gemacht haben, konnten wir leider keine sehen. Die erste Nacht im Camper war richtig kalt und wir waren froh, konnten wir uns während der Fahrt aufwärmen. Bald schien aber wieder die Sonne und wir konnten uns an der abwechslungsreichen Landschaft erfreuen. Langsam stiegen aus der Ebene Hügel auf und wurden nach weiten Tälern von Bergen abgelöst, die Southern Alps kamen uns näher. In Lake Tekapo machten wir einen Halt, wanderten auf den Mount John und hatten atemberaubende Blicke über Täler, Berge und den Lake Tekapo (die Ortschaft am See heisst gleich wie der See selber – sehr einfallsreich), diese schöne Gegend erinnerte uns ans Engadin. Da oben auf dem Mount John ein grosses Sternenobservatorium ist und wir uns, dank gutem Wetter, spontan für eine Nachttour entschieden, schlugen wir unser Zelt – eh parkten wir unser Camper „Mery“ auf dem Campingplatz im Dorf. Die Nachttour war unglaublich schön. Bei exzellentem Wetter konnten wir den Mond, Saturn, Southern Cross, die südlicher Milchstrasse, fremde Galaxien und vieles mehr von nahem betrachten. Die 2h gingen um wie im Flug. Nach einer weiteren kalten Nacht gings am nächsten Tag an einem weiteren schönen See (Lake Pukaki) in den Mount Cook Nationalpark, wo wir verschiedene Wanderungen unternahmen und dabei die Bergwelt genossen. Wir bekamen zum erstem Mal so richtig „heiweh nach dä Bärge, nachem Schoggi und em Wy“ (wobei eher Käse statt Wein). Der höchste Berg im Mount Cook NP (und Neuseeland) ist, wie könnte es anders sein, der Mount Cook (3754müM) dieser wird von ca. 20 anderen 3000er umringt. Und weil es so schön ist, heisst das Bergdorf auch Mount Cook. Den Abend verbrachten wir am Rande eines Flusses, umrundet von Schafen und mit leckerem frischem Lachs auf dem Teller, welchen wir zuvor bei der Durchfahrt in einer Salmon Farm kauften.

Am 4.4. gings dann wieder zurück an die Ostküste der Südinsel. Die lange Fahrt wurde von Fossilen Besichtigungen und den Moeraki Boulders, das sind grosse Steinkugeln, die am Strand liegen, unterbrochen. Tagesziel war die Otago Peninsula, östlich von Dunedin. Auf der Halbinsel gibt es Albatrosse (die weltweit einzigen, die am Festland nisten), Gelbaugen-, Zwergpinguine, Seelöwen, Pelzrobben und andere Tiere zu beobachten. Nach ausharren bis in die Dunkelheit (die Pinguine kommen erst kurz vor Nacht an den Strand und das auch nicht immer) mussten wir uns mit dem einen Seelöwen und den Umrissen von etwa 3 Pinguinen zufrieden geben. Vom kalten Wind halb erfroren, erfreuten wir uns anschliessend an der Heizung, welche uns die Vermietung mitgab (wir dachten damals nicht an deren Gebrauch…).

Am nächsten Tag besichtigten wir Dunedin’s schottischen Stadtkern, bummelten etwas umher, sonnten uns auf der Terrasse eines Cafès und assen eine leckere Pie. Es war schon spät und die Fahrt lang. Auf dem Weg quer über die Insel, besuchten wir noch den Nugget Point und dessen Leuchtturm. Es war wieder traumhaft schönes Herbstwetter (ja Herbst im April) und nur die Sonne lachte vom Himmel. Nur der Nugget Point…, über im hing eine Nebelglocke. Auf der einen Seite des Felsen staute sich der Nebel vom Süden, schwappte über die Kante und löste sich dann auf. Die Nuggets (Felsbrocken im Wasser vor dem Felsen) blieben leider unter dem Nebel, aber der Leuchtturm schaute ein paarmal aus dem Nebel hervor. Die kurze Wanderung war sagenhaft. Dann fuhren wir Richtung Te Anau bis es dunkel war und suchten uns einen Rastplatz. Nach dem Essen gingen wir sofort ins Bett, den unser Wecker war auf 05:00 gestellt.
Bei hellem Mondschein machten wir uns auf den Weg zu den berühmten Milford Sound im Fjordland NP. Erster Stopp war Te Anau, wo die letzte (bezahlbare) Tankstelle für die nächsten 240km ist. Weil vor 07:00 war die erste Tankstelle geschlossen, die zweite hatte glücklicherweise einen Kartenautomat, nach 20min tanken und 30L mehr Inhalt (…) gings dann weiter. Der Nebel, der kurz vor Te Anau aufkam, löste sich während und nach dem Sonnenaufgang langsam auf und die sowieso abwechslungsreiche Fahrt wurde so noch schöner. Überglücklich über das schöne Wetter – das Fjordland ist mit 7000mm Niederschlag/Jahr das regenreichste Gebiet NZ’s – kamen wir im Milford Sound an. Wir waren aber nicht die ersten und um die grossen Reisegruppen zu umgehen, assen wir nur kurz etwas und begaben uns ins Bootterminal, um uns für eine Fahrt auf dem Fjord umzusehen. Bereits 10min später, um 9:00 Uhr sassen wir auf einem Katamaran und taten uns am Frühstücksbuffet gütlich – war ja im Preis inbegriffen :-) . Die fast 2 stündige Fahrt war irrsinnig schön. Aus dem Meer steigen fast senkrecht Berge empor, die Schneekuppen haben. Die Flanken sind grün bewachsen und überall stürzen sich Wasserfälle in den Fjord. Ausserdem verzogen sich während der Fahrt noch die letzten Nebelschwaden und das Sonnenlicht flutete den Fjord. Bei einem Wasserfall fuhr das Boot so nahe daran, dass die vorderen Leute eine Dusche nehmen konnten. Dieser Wasserfall fliesse anscheinend schon seit 15‘000 Jahren (ringsherum hat es nicht viel, wo das Wasser herkommen könnte). Auch diese 2h vergingen schnell. Mit gesättigtem Bauch und Augen fuhren wir gemächlich wieder aus dem Tal (gemächlich, da es steil Bergauf ging und Mery nicht mehr die jüngste ist). An verschiedenen Punkten hielten wir noch und sogen die Landschaft noch etwas in uns auf. Aber dann war fertig lustig. Nach einer 2h Wanderung zu einer Wasserscheide, von wo aus 3 Flüsse in verschiedene Ozeane im Osten, Süden und Westen fliessen und wir nochmals fantastische Ausblicke hatten, machte Mery keinen Wank mehr. Nach der Durchfahrt eines kleinen, quasi unbeleuchteten Tunnels habe ich (Dänu) das Licht vergessen auszuschalten und die Batterie war mausetot, nicht einmal die Zentralverriegelung ging. Nach einem innerlichen Schrei (ein australisches Dejà-vu überkam uns, siehe Australien Teil 1) machte ich mich, auf dem glücklicherweise gut besuchten Parkplatz, auf die Suche nach einem Auto mit Überbrückungskabel. Schnell wurden wir fündig und kurz später brummte Mery wieder. Auch der Rest der Strecke zurück nach Te Anau war einmalig schön, sicher die schönste Strecke, die wir bis jetzt gefahren sind. Ein absolutes Muss für alle Neuseelandreisende (bei schönem Wetter)! Zum Abschluss dieses perfekten Tages gab es, am Rande eines Flusses in einem Bushcamp, Rauchlachs Toast (von der Salmon Farm) mit Dill-Senf-Honig Sauce und Tomaten-Gurken-Kichererbsen-Avocado-Salat, dazu ein Neuseeländischer Riesling. Der nächste Morgen war wieder Nebel verhangen, dieser löste sich allerdings auf der schönen Fahrt nach Queenstown auf und es versprach wieder ein ausgezeichneter Tag zu werden. Was wir in Queenstown so alles unternahmen steht dann in folgenden Blog.

Bis dann…
Liebe Grüsse
Martina&Dänu













































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