Donnerstag, 1. März 2012

Australien Teil 2: Broome – Adelaide

Nach der morgendlichen Aufregung, fuhren wir am 14. Februar mit der neuen Batterie noch 566km Richtung Halls Creek. Unterwegs sahen wir direkt neben der Strasse ein grösseres Buschfeuer, die Hitze ist schon nur bei der Durchfahrt unbeschreiblich. Die Nacht verbrachten wir auf einer Raststätte, auf der vor Krokodilen gewarnt wurde – wir sahen (glücklicherweise oder leider – die Meinungen gehen auseinander) keine…

Zum Frühstück am nächsten Morgen gab’s Gurken-Salat-Sandwich und Tomaten, da in Australien von einem Staat zum anderen keine Früchte, Gemüse oder ähnliches mitgenommen werden darf! Die Strecken der nächsten beiden Tage wurden mit 610 bzw. 590km und je etwa 10 Fahrstunden nicht kürzer, der Tanami Track stand auf dem Programm. Auf unbefestigter und teilweise sehr holpriger Strasse fuhr uns Dänu einmal quer durch die Wüste, die aufgrund der Regenzeit sehr grün war, nach Alice Springs. Am ersten Tag machten wir zuerst einen Abstecher nach Halls Creek, um uns über den Strassenzustand und den Wetterbericht zu informieren (die Strasse wird bei/nach starkem Regen auch für 4×4 unpassierbar), anschliessend noch einen zum Wolfes Creek, dem zweitgrössten Meteoritenkrater der Welt (835m breit und 50m tief, ca. 300‘000 Jahre alt, von einem ca. 50‘000t schweren Meteoriten erschaffen). Bei der ersten Tankstelle nach gut 200km wollten wir sicherheitshalber noch einmal auftanken, obwohl unsere beiden 90 Liter Tanks bis nach Alice Springs reichen sollten. Das verwahrloste Aborigine-Dorf Billiluna war uns nicht ganz geheuer und das Roadhouse war geschlossen, da in der Nacht zuvor eingebrochen worden ist und das Roadhouse erst wieder öffnet, wenn sich der Schuldige stellt! Ebenfalls erst hier wurde darauf hingewiesen, dass das nächste Roadhouse „Rabbit Flat“, das sich auf halber Strecke mitten im Nichts befindet, kein Benzin mehr verkauft. Die Nacht verbrachten wir in der Nähe des besagten Rabbit Flat – das offenbar gar keine Dienstleistungen mehr anbietet (zumindest sah die Absperrung der Zufahrt aus Stacheldraht und Sprengstoff nicht gerade einladend aus :-) ) – neben der Strasse, mitten in der Wüste. Endlich sanken die Temperaturen in der Nacht wieder einmal auf kühle 20 Grad und wir schwitzten nicht die ganze Nacht. Einige Kilometer vor Alice Springs fanden wir dann doch noch ein offenes Roadhouse und tankten noch einige Liter zur Sicherheit, was bei einem Dieselpreis von über 2$ nicht gerade billig war.

In Alice Springs genossen wir zuerst alle eine Dusche, die wir dringend nötig hatten, planschten im Pool, der tatsächlich eine Abkühlung war und beobachteten die „Black-footed-rock-Wallabies“ (kleine Kängurus), die direkt neben dem Campingplatz in einer Felswand leben. Am folgenden Tag sahen wir uns Alice Springs an. Einige der hier lebenden Aborigines geben ein trauriges Bild ab, viele liegen den ganzen Tag (betrunken) unter den Bäumen herum (hier wird übrigens beim Kauf von Alkohol der Ausweis eingescannt und zwar von allen!). Zudem besuchten wir die „School of the Air“, die seit 1951 auf einer Fläche von ca. 1,3 Mio. Quadratkilometer Kinder unterrichtet, die mindestens 50km von der nächsten „normalen“ Schule entfernt leben und heute per Internet (früher über Radio), sowie durch Eltern oder eine angestellte Person unterrichtet werden.

Da wir hier so nahe aufeinander sind, hatten wir fast keine Möglichkeit, Dänu am 18. Februar zu seinem Geburtstag zu überraschen. Wir nutzten die halbe Stunde, in der er frühmorgens joggen ging und waren froh, dass der kleine Supermarkt zu dieser Zeit (6.30 Uhr) bereits offen war. Anschliessend fuhren wir weiter in den East MacDonnells Nationalpark und besichtigten dort einige sehr schöne Stellen sowie die Geisterstadt Arltunga, in der früher nach Gold gegraben wurde, heute werden die Häuser von Kängurus bewohnt. Die Nacht verbrachten wir auf einem ganz einfachen aber sehr gepflegten Campingplatz mitten im Nationalpark. Am nächsten Tag fuhren wir weiter in die West MacDonnells und genossen den Nachmittag mit baden in einem kalten See, inmitten roter Felsen. Dänu und ich duschten anschliessend im Regen :-) . Am nächsten Morgen fuhren wir weiter zu einem weiteren See, in dem wir uns ebenfalls kurz abkühlten und besichtigten Felsen, von denen die Aborigines ihre Farben für Rituale und Felsmalereien gewannen. Dann gings über eine Sandpiste durch Aboriginalland weiter Richtung King’s Canyon, wo wir den Rest des Nachmittags im Pool verbrachten (es ist halt wirklich heiss hier…). Am 21. Februar standen wir bereits um 5 Uhr auf. Auf den sehr ungepflegten Toiletten des ausserordentlich teuren (63 Dollar pro Nacht – wir hatten sauberere Toiletten auf Plätzen die gratis waren…) Campingplatzes trafen wir diverse Tiere, die wir nicht unbedingt dort sehen wollten. Dänu Stabheuschrecken und Gottesanbeterinnen, ich 3 Red Backs (giftigste Spinne Australiens…). Nach dem wunderschönen Rim Walk, der rund um den King’s Canyon führt und immer wieder atemberaubende Aussicht bietet, tuckerten wir weiter Richtung Yulara. Unterwegs sahen wir eine ca. 2 Meter lange Echse auf der Strasse (für ein Foto waren wir leider zu langsam…), der Rest der Fahrt war mehr oder weniger unspektakulär. Auch am folgenden Tag piepste der Wecker um 5 Uhr morgens und wir machten uns auf den Weg Richtung Uluru (Ayers Rock), das Wetter hatte sich glücklicherweise nach den Gewittern am Vorabend über Nacht gebessert und wir konnten einen weiteren wunderschönen Sonnenaufgang geniessen. Nach einem Müesli spazierten wir die 10km um den Uluru herum, ein sehr eindrückliches und interessantes Erlebnis. Der Aufstieg, den wir sowieso nie machen würden, war geschlossen, dennoch konnten wir 2 Typen beobachten, die hochkletterten, auf die dann unten aber auch eine saftige Busse wartete… Auch der Sonnenuntergang beim Uluru war wunderschön (Foto mit Schnee für Familie Blum ist angehängt, das mit dem Schneemann hat leider nicht geklappt :-( ). Am 22. wurden wir noch einmal um 5 Uhr aus unseren Träumen geweckt, heute fuhren wir für den Sonnenaufgang Richtung Kata Tjuta (Olgas). Auch heute hatten wir wieder Glück mit der Sicht und machten anschliessend noch einmal zwei wunderschöne Wanderungen in diesem Gebiet und genossen später den wirklich unvergesslichen Sonnenuntergang. Anschliessend fuhren wir noch einige (200) Kilometer und verbrachten die Nacht auf einem Parkplatz, wir schliefen mit der Sicht auf so viele Sterne ein, wie wir es alle drei noch nie gesehen hatten.

Am nächsten Tag fuhren wir die lange Strecke ins schräge Opal-Schürfer-Städtchen Coober Pedy. Auf dieser Fahrt assen wir 6 Äpfel, 7 Tomaten, eine Birne und eine halbe Gurke, da wir in einen neuen Staat (South Australia) kamen. Etwas Gemüse und einige Sojasprossen mussten wir leider dennoch in der Quarantänebox an der Grenze entsorgen, die Strafe würde 2‘500 Dollar betragen und das wollten wir nicht riskieren. Später sahen wir auch den „Dingo Fence“ ein 9600km langer Zaun, der Dingos daran hindern soll, in den Südostteil Australiens, wo viele Schafe gibt, zu kommen. Den nächsten Vormittag verbrachten wir mit „noodeln“ (nach Opalen suchen), erklimmen eines Aussichtspunkts, Museum zu der Geschichte der Opalsucher und der Aborigines in der Region und auch eine unterirdische Kirche stand auf dem Programm. Am Nachmittag fuhren wir dann weiter, bis zu einer Raststätte vor Port Augusta. Leider waren wir auch hier – wie fast immer – nicht alleine. Und wie bereits zuvor, waren wir uns wieder am waschen, als das zweite Auto sich direkt neben unseren Bushcamper platzierte, obwohl der Parkplatz riesig war… Am 26. Februar fuhren wir weiter in den Mount Remarkable Nationalpark und wanderten einen 9km langen Rundweg über Steine und durch Gebüsch durch eine Schlucht. Unterwegs sahen wir 9 Kängurus, vermutlich tausende Schmetterlinge und noch viel mehr Fliegen und andere Insekten. Im Dorf Melrose fanden wir einen gemütlichen Campingplatz, von dem aus Dänu und ich am nächsten Morgen den Mount Remarkable (965müM) bestiegen, bevor wir weiter in die Täler der Weinreben fuhren. Beim seeeehr empfehlenswerten Familienbetrieb „Skillogalee“ hielten wir für eine ausgiebige Weindegustation und ein super Mittagessen an, natürlich kauften wir auch etwas Wein für ein andermal ein. Eigentlich wollten wir nicht mehr weit fahren und unterwegs irgendwo übernachten, doch leider fanden wir keine ideale Übernachtungsmöglichkeit bis zum Barossa-Valley, denn hier sind die Dörfer und Städtchen deutlich näher beieinander als im Westen und im Outback und „wild“ campieren ist auf den Parkplätzen nicht erlaubt. Am nächsten Morgen schliefen wir zum ersten Mal in Australien bis 9 Uhr aus, denn die Temperaturen sind extrem gesunken. Obwohl Dänu und Mami sich anfangs sträubten, trotz eisig kalten Temperaturen (20-25 Grad :-) ) lange Hosen anzuziehen und sich lieber einen Tag lang den A…. abfroren, sind sie nun ebenfalls auf lange Kleidung umgestiegen.

Auf jeden Fall fuhren wir anschliessend nach Adelaide und vertreiben uns die Zeit mit Stadtbesichtigung, shoppen, essen, etc. Und wir sind froh, sind wir die Tierplagen für den Moment los. Im Westen und gegen Süden hatten wir mit massenhaft Fliegen und im Zentrum mit noch mehr aggressiven Ameisen zu kämpfen. Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es nicht selber erlebt hat…

Mami fliegt heute zurück in den Schnee, Dänu und ich haben uns fest vorgenommen, einmal 2 bis 3 Tage an einem Ort zu bleiben und zu relaxen (mal schauen, ob wir’s schaffen, wir sind ja nicht gerade für’s stillsitzen bekannt…). Während des letzten Monats haben wir sehr viel gesehen und sassen viele Stunden im Auto, insgesamt legten wir knapp 8‘400 Kilometer zurück!

Liebe Grüsse aus dem saukalten Adelaide
Ruth, Dänu & Martina





















































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