Montag, 9. Juli 2012

Kanada Teil 1: Calgary – Vancouver

Wo uns Schwarzbären, Grizzlies, Coyoten und Wölfe hallo sagen.

Auf dem ersten Teil unserer Kanadareise zeigte sich die Sonne äusserst selten (nach 1.5 Monaten purem Sonnenschein), dies spiegelte sich auch ein wenig in unserer Motivation und Laune wider. Reisen und die Landschaft erkunden macht bei schönem Wetter einfach mehr Spass. Trotzdem wanderten wir praktisch jeden Tag irgendwo hin – da wir sonst sicher komplett unausstehlich gewesen wären – und erreichten auch einen bisherigen Rekord von 27,5km. Unsere Highlights waren die Wanderungen in Lake Louise zu den beiden Teahouses, wo wir feine Scones, heisse Schokolade mit Marshmallows und Chai Latte (fast wie ACME Masala -> Kathmandu, Nepal) genossen. Mit einem solchen Ziel macht wandern doppelt Spass! Dänu joggte unter anderem auf den Fairview Mountain, eine Strecke von 5,1 km und 1‘068 Höhenmeter, die grössten Teils im letzten Teil zu erklimmen sind. Der Aufstieg wurde zusätzlich durch knietiefen Schnee erschwert und der obere Teil stand dem Ngauruhoe (siehe Neuseeland: Wellington – Rotorua). Dafür gönnte er sich oben ein Fläschchen Wein, das jedoch nur mit Wasser gefüllt war, öffentliches Alkohol trinken ist hier nämlich verboten.

Nebst dem Wandern, genossen wir es, durch die hübschen (wenn auch sehr touristischen) Städtchen Banff und Jasper zu schlendern, in den Souvenirshops zu stöbern, die Brauereien dieser beiden Ortschaften zu testen sowie im Hot Pool (39° C) zu entspannen.

Den ersten Juli (Kanadas Geburtstag) starteten wir feierlich mit einem „Neuseeland-Zmorge“, bevor wir Richtung Golden fuhren, wo wir uns im Visitor Centre über Campingplätze und Festaktivitäten informierten. Sie teilten uns mit, dass man in der Stadt bis zum Mittag gratis Pancake und ab Mittag gratis BBQ geniessen könne. Wir entschieden uns, gegen Mittag in die „Stadt“ zu fahren. Es war etwas schwierig, den Ort für das gratis BBQ ausfindig zu machen und als wir dort ankamen, mussten wir feststellen, dass wir nicht die einzigen waren. Die Schlange führte durch ein Gebäude hindurch bis in den Hinterhof hinaus…. Wir verzichteten dann doch darauf, so lange für einen Hamburger anzustehen. Am Nachmittag besuchten wir das kleine „Northern Lights Wolf Centre“ und hörten dem spannenden Vortrag eines Mitarbeiters zu. Wölfe sind hier in Kanada nur in den Nationalparks geschützt, dürfen ansonsten jedoch das ganze Jahr abgeknallt oder vergiftet werden, das hat uns echt schockiert. Am Abend genossen wir mit vielen Goldener auf einem Hügel das für ein 4000-Seelendorf echt beeindruckende Feuerwerk, das 7 Minuten dauerte.

Auf dem Weg Richtung Jasper, über den Icefields Parkway machten wir einen Zwischenhalt beim „world famous“ türkisblauen Peyto Lake (gesehen hat ihn schon fast jeder irgendwo, doch wir wussten lange nicht, wie er heisst…) und verbrachten die eisig kalte Nacht beim Althabasca Gletscher, wo wir am nächsten Morgen die erste Tour nahmen und mit einem speziell angefertigten Gletscherfahrzeug auf den Gletscher fuhren (von den 20 existierenden Fahrzeugen, werden 19 beim Gletscher eingesetzt und eines braucht die USA für ihr Antarktis Labor). Ein tolles Erlebnis! Und wir hatten auch Glück mit dem Wetter, die Sonne zeigte sich genau zu dieser Zeit und auch kleine blaue Flecken kamen zwischen den Wolken zum Vorschein.

Wie bereits angekündigt, hatten wir aber auch wieder tierische Höhepunkte! So durften wir an einem kleinen See zwei Weisskopfseeadler beobachten, die mehrmals ihren Standort wechselten, wenn wir oder andere Spaziergänger zu nahe kamen. Frau Adler tat dies jeweils mit lautem Geschrei und quer über den See, Herr Adler war meist etwas zu faul und flog nur etwa 5 Baumwipfel weiter und gab keinen Ton von sich. Aber auch einen Grizzly und zwei Schwarzbären konnten wir aus nächster Nähe und für längere Zeit beobachten! Am meisten erstaunt waren wir jedoch, als wir einen Wolf sahen. Lange kam kein anderes Auto vorbei und wir konnten den Moment voll geniessen. Der Wolf spähte aus einigen Metern Entfernung zwischendurch neugierig zu uns, liess sich ansonsten jedoch nicht stören, bis weitere Autos auftauchten. Sowieso sahen wir in Jasper sehr viele Tiere, auch einen Coyoten und die Elks marschierten in völliger Ruhe quer durch den Campingplatz, was für Erlebnisse!

Was uns jedoch ein wenig seltsam vorkam, war, dass viele den Campingplätzen ein Feuer entfachten und den Nachmittag / Abend (manche bereits den Morgen) damit verbrachten, in die Flammen zu starren und zwischendurch wieder Holz zu hacken. Zum grillieren wurde dann jedoch der eigene Grill ausgepackt und neben der Feuerstelle aufgestellt. Unser Fleisch und unsere Würste erhitzte Dänu aber ganz traditionell über dem Feuer.

In den letzten zwei Tagen in Jasper wurde das Wetter dann endlich besser und wir waren fast ein wenig traurig, dass die Zeit in den Nationalparks (Banff, Yoho und Jasper) nun vorbei ist. Doch wir hatten einen guten Grund, am Samstag 667km Richtung Süden zu fahren und am Sonntag noch weitere 150km bis Vancouver, wo wir Ursina und Sam am Flughafen abholten. Ob das Wetter gut bleibt und was wir mit den beiden alles erleben, könnt ihr in unserem nächsten Blog lesen.

Sonnige Grüsse aus der riesigen fast Schweiz
Dänu & Tinä




















































Mittwoch, 27. Juni 2012

USA / Kanada Teil 6: Jackson – Calgary

Am Mittwoch, 20. Juni war es tatsächlich so weit, unser Auto wurde repariert! Den Tag genossen wir mit skypen, lädele und einem Besuch in der Mikrobrauerei, mit dem besten Bier, das wir bisher in den USA genossen. Gegen 15:00 Uhr verliessen wir Jackson in Richtung Grand Teton Nationalpark, wo wir den Rest des Nachmittags am See mit Blick auf verschneite Berge geniessen konnten. Früh am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg Richtung Yellowstone Nationalpark, wo wir bis mit Vormittag des 24.6. blieben. Uns ist nun klar, weshalb der älteste Nationalpark der Welt so bekannt und beliebt ist, auch wir waren hin und weg. Wir waren jeden Tag von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang unterwegs und konnten uns ab all der Geysire, Pools, Quellen und Wildtiere kaum sattsehen!

Die Geysire und Pools rund um den bekanntesten Geysir „Old Faithful“ besichtigten wir an drei Tagen und sahen so einige Geysire mehrmals ausbrechen. Bei den vorhersagbaren Eruptionen liegt die Zeitspanne bei bis zu 4 Stunden und so warteten wir manchmal relativ lange vor einem Geysir und vertrieben uns die Zeit mit lesen, Tagebuch schreiben oder einfach Leute beobachten und belauschen. Wir stellten fest, dass auch viele Mitarbeiter der Restaurants und Shops regelmässig während ihrer Freizeit vor den Geysiren warteten und den Touris erklärten, woran man erkennt, wann der Geysir ausbrechen wird. Aber nicht nur die Geysire, die teilweise einem Feuerwerk in nichts nachstehen (ausser vielleicht in der Farbe), auch die Pools und Quellen mit den vielen verschiedenen Farben waren einfach atemberaubend.

Um möglichst viele Tiere zu sehen, standen wir jeden Tag früh auf und das nicht umsonst! An einem Morgen spazierte ein Grizzly seelenruhig vor uns über die Strasse, wir waren so verdutzt, dass wir mit fotografieren etwas zu langsam waren und er uns bereits sein Hinterteil zustreckte :-) . Einen zweiten Grizzly konnten wir durch den Feldstecher bei der Jagd beobachten, ebenfalls ein tolles Erlebnis. Zudem sahen wir insgesamt 132 „Elks“ (wären bei uns Hirsche, einen „Moose“ – bei uns Elch – haben wir leider nicht gesehen), 189 Bisons und eine Pronghorn Antilope – Wölfe und Schwarzbären haben wir leider keine zu sehen bekommen. Die meisten Tiere sahen wir vom Auto aus, teilweise aus nächster Nähe. Zu Fuss hätte uns diese Nähe teilweise unter Umständen zum Verhängnis werden können. Bei Aussichtspunkten trafen wir zweimal auf je einen Bison mit nur einigen Metern Abstand und einer davon wirkte ganz und gar nicht glücklich, er sah uns böse an und schnaubte, was wir als schlechtes Zeichen deuteten. Wir überlegten uns auf jeden Fall, was wir machen werden, falls er uns angreifen wird, denn ein Bison läuft mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von 48 km/h und das wäre selbst für Dänu eine zu grosse Herausforderung. Im Yellowstone NP werden regelmässig Menschen insbesondere durch Bisons und Bären verletzt und getötet.

Am 24. gegen Mittag machten wir uns nach der Besichtigung der Mammoth Hot Springs, wo das Thermalwasser über 10 Terrassen in die Tiefe läuft und des Fort Yellowstone (dieses wurde nach der Ernennung zum National Park im Jahre 1872 erbaut damit das Militär für Ruhe und Ordnung im Park sorgen konnte), auf den Weg Richtung Glacier Nationalpark, wo wir am 25. Juni eintrafen.
Nicht zum ersten Mal nach einem Highlight auf unserer Reise waren wir etwas „down“ und konnten uns nicht so richtig über die „normale“ Berglandschaft freuen. Damit wir wenigstens noch etwas unternahmen, mieteten wir uns ein Kanu und fuhren einmal mit sehr vielen Pausen um den kleinen See. Den Nachmittag verbrachten wir beim und im Camper. Als wir einmal beide drinnen sassen, hörte Dänu plötzlich eine Art hecheln und dachte, dass der Hund eines Nachbarn bei uns auf dem Platz ist. Als er durch die Türe spähte, entdeckte er zwei Bighorn Sheeps! Er sagte zu mir, ich solle einmal nach vorne kommen und vorsichtig nach draussen sehen – der eine Stand direkt vor der Türe und starrte mich an!

Am Dienstag wurden wir von Regen, Hagel, Blitz und Donner geweckt. Bei Regen fuhren wir weiter über die Grenze nach Calgary, wo wir (nach alter Tradition) mit Pho (vietnamesische Nudelsuppe) und Vietnamese Iced Coffee starteten (musste einfach sein, auch wenn das Wetter nicht wirklich passte). Anschliessend besuchten wir den Olympischen Park, der zur Zeit eine einzige Baustelle ist. Der Hügel soll um 30 Meter erhöht werden, damit ein neuer Sessellift hingestellt werden kann! Nach unserer Wanderung durch das Gelände, kamen wir nass zurück in den Camper und verbrachten den Rest des Tages an der Wärme. Morgen geht’s weiter Richtung kanadische Nationalparks, die Wetterprognose sieht jedoch nicht sehr einladend aus… Was wir daraus machen, seht ihr im nächsten Blog.

Nasse Grüsse aus dem kalten Calgary
Dänu & Martina
P.S.: Was, Francine Jordi und Florian Ast haben sich getrennt? Hilfe, wir haben kein Gesprächsthema mehr (oder wieder eins)! :-)