Mittwoch, 16. Mai 2012

USA Teil 1: Los Angeles – San Francisco

USA – alles andere als Reiseziel Nr. 1, insbesondere für unsere Generation. Schaut euch unsere Fotos an, wir denken, viele von euch werden ihre Meinung ändern.

Auch wir reisten mit gemischten Gefühlen in die USA. Ich (Tinä) kenne diesen Teil ja bereits ein wenig, vor 14 Jahren reisten wir mit der Familie durch den Westen der USA und vor 16 Jahren durch den Westen Canadas (…ich werde wohl langsam alt :-) ). Die Nationalpärke hatte ich in bester Erinnerung und doch ist da diese Antipathie, die zu einer Hemmschwelle wird.

Die Einreise lief zu unserem Erstaunen wesentlich schneller und einfacher als in Australien und Neuseeland, nur auf das Gepäck mussten wir ewig warten. Eigentlich hätten wir direkt nach der Landung unsere Vermietstation anrufen sollen, damit wir Rambo – unseren klobigen fahrbaren Untersatz (Dodge RAM) für die nächsten 80 Tage, noch abholen können (sonst hätten wir 2 Tage warten müssen) – doch telefonieren war leider nicht erlaubt. Wir wurden etwas kribblig. Irgendwann kamen wir dann doch noch raus und telefonierten mit Nancy, die uns mitteilte, dass sie uns in etwa einer halben Stunde abholen wird. Aus einer halben Stunde wurden 2.5 Stunden und wir noch etwas kribbeliger :-) . Schlussendlich kamen wir dann doch noch zur Vermietstation und übernahmen Rambo, der mit 420‘336km auf dem Buckel seine beiden Vorgänger Mery (Neuseeland) mit 337‘300km und Godi (Australien) mit 268‘750 noch überbietet. Und wir dachten schon beim Aussie Godi, dass dies nicht möglich ist :-) .

Die ersten drei Nächte übernachteten wir gratis auf dem Parkplatz der Vermietstation. Am Sonntag, 6. Mai erkundeten wir Los Angeles mit dem öV, der hier erstaunlicherweise echt billig ist (6 Dollar pro Person, inkl. fast aller Busse, Metros). Wir besichtigten, wie alle Touris, den Walk of Fame, die Hand- und Fussabdrücke im Zement vor dem Graumann’s Chinese Theater, das Kodak Theater (dort werden die Oscars verliehen), die City Hall, die Walt Disney Concert Hall und den ältesten Stadtteil „El Pueblo“, wo gerade ein mexikanisches Fest im Gange war. Anschliessend fuhren wir mit dem Bus zum Venice Beach, wo wir mit seeeehr vielen anderen Leuten der Promenade entlang flanierten und die vielen Kunst-, Essensstände, Souvenirläden, Basketballplätze, Skatepark, Paddle Tennisplätze, Muscle Beach und den langen Sandstrand begutachteten und vor allem die Leute beobachteten. An unserem zweiten Tag fuhren wir zu den Universal Studios. Wir hatten Glück, da Montag und Nebensaison war, hatte es nicht viele Leute und wir konnten ohne langes Anstehen zu jeder Show und auf jede Bahn gehen, die uns interessierte. Insbesondere die 1-stündige Fahrt durch die Studios und diverse Filmsets inklusive diverser „Specials“ war einfach genial. Absolute Highlights waren auch „Transformers The Ride 360“, „The Simpsons Ride“ und die riesen Donuts mit rosa Zuckerguss, die wir uns im „Kwik-E-Mart“ kauften (unser Abendessen für die nächsten 2 Tage).

Nach einer Rundfahrt über den „Mulholland Drive“ sowie den „Sunset Boulevard“, die durch Bel Air, Ventura Valley, Santa Monica und Beverly Hills führen, hatten wir genug Villen gesehen und verliessen Los Angeles (und den süsslichen Fast Food Geruch, der hier überall in der Luft liegt) auf einem 12 spurigen Highway Richtung Osten. Die Nacht verbrachten wir in Banning, bevor am nächsten Morgen zuerst bis nach Palm Springs fuhren, wo wir endlich ein neues Objektiv für die Spiegelreflexkamera sowie USB-Sticks für die Sicherung der Fotos kaufen konnten. Dann endlich war es Zeit für den ersten Nationalpark –„ Joshua Tree“. Wir wurden sehr freundlich empfangen und über die Sehenswürdigkeiten im Park informiert. So machten wir bei rund 40 Grad noch zwei kurze Wanderungen und besichtigten diverse Ocotillo- und Chollakakteen, Felsformationen (oder für Kurt K. vielleicht „Steihüfe“:-)) und natürlich Joshua Trees. Die Nacht verbrachten wir auf einem wunderschönen Campingplatz zwischen Kakteen und Felsen und genossen einen traumhaften Sonnenuntergang. Auch am 10. Mai wanderten wir noch einmal an diversen Orten durch diese wunderschönen Landschaften und fuhren dann weiter ins knapp 300 Meilen entfernte „Death Valley“, ein kurzes Stück davon führte über die legendäre Route 66. Bei unserer Ankunft um ca. 16:00 zeigte das Thermometer noch 44 Grad an. Obwohl man sich bei dieser Temperatur am liebsten gar nicht mehr bewegen würde, hielten wir beim Zabriskie Point an, der eine Aussicht bietet, die fast so gut auf dem Mond sein könnte, bevor wir den tiefsten Punkt Nordamerikas besichtigten – Badwater, 86 Meter unter dem Meeresspiegel. Wir spazierten einige Schritte über diesen Salzsee, der erstaunlicherweise doch einige Wasserpfützen hat, bevor wir dann zurück, vorbei am „Devil’s Golf Course“, zu unserem Campingplatz für diese Nacht fuhren. Wir schliefen bei offenen Türen (glücklicherweise ohne Moskitos), damit wir bei dieser Wärme wenigstens etwas Durchzug hatten, mit Blick auf einen wunderschönen Sternenhimmel ein… Es ist kaum zu glauben, aber ja, Dänu konnte auch im Death Valley nicht aufs Joggen verzichten. Ich muss jedoch sagen, dass die Temperaturen kurz vor Sonnenaufgang mit ca. 28 Grad wirklich noch angenehm waren, zwei Tage später in Bridgeport joggte er zur selben Zeit bei 8 Grad. Im Death Valley machten wir noch ein paar Abstecher und waren immer wieder erstaunt, wie viel Wasser und Leben in dieser Wüste vorhanden ist. Kurz bevor wir das „Tal des Todes“ verlassen konnten, mussten wir unfreiwillig eine längere Pause einlegen, da kurz vor uns ein Wagen überhitzt und ausgebrannt ist. Glücklicherweise (für uns) auf Passhöhe bei angenehmen Temperaturen. Bei der Weiterfahrt Richtung „Yosemite Nationalpark“ entschieden wir uns, eine Nacht unterwegs im kleinen Western Städtchen Lone Pine zu verbringen und den Nachmittag nach einer weiteren kurzen Wanderung im Pool zu geniessen sowie eine Nacht in Bridgeport, von wo wir am nächsten Morgen das Geisterstädtchen „Bodie“ besichtigten. Aufgrund der Geschichten über die gute Qualität und die Menge an Gold, die in Bodie vorhanden sei, zog es um 1877 viele Leute in dieses Städtchen. 1879 lebten 8‘500 Menschen in dieser Stadt, die damals aus mehr als 2‘000 Häusern sowie aus 60 Saloons und „Vergnügungshäusern“ bestand. Bereits 1886 lebten nur noch 1‘500 Menschen in Bodie, 1932 zerstörte ein Feuer 90% der Häuser und in den 40er Jahren wurde Bodie zu einer Geisterstadt. Die Besichtigung war sehr spannend, da viele Häuser inklusive Mobiliar und Vorräten stehen gelassen worden sind.

Auf dem Weg in den Yosemite Nationalpark erkundeten wir uns im Visitor Center über die Sehenswürdigkeiten und erhielten mit Abstand die beste Auskunft ever. Der Herr informierte uns ausführlich über alle Wanderungen, welche seiner Meinung nach überhaupt und bis wo lohnenswert sind, wo alternative Aussichtspunkte mit weniger Touristen sind, über die Strassen, etc. Bereits kurze Zeit später standen wir im Schnee und sahen gefrorene Seen (zur Erinnerung, vor 2 Tagen im Death Valley hatten wir 44 Grad Celsius)!!! Wir genossen die beiden Tage im Yosemite Nationalpark, wanderten viel und bestaunten die riesigen Sequoias (Mammutbäume). Trotzdem waren wir vom Joshua Tree und Death Valley mehr beeindruckt; Berge, Seen und Wälder haben wir ja zu Hause auch – einfach (zumindest meistens) ohne Bären – und der Yosemite war leider sehr überlaufen, wir mussten sogar die Campingplätze im Voraus reservieren.

Unsere Erlebnisse in San Francisco folgen im nächsten Blog.

Liebe Grüsse aus dem sonnigen Californien
Dänu und Tinä














































Samstag, 5. Mai 2012

Fiji

Endlich waren unsere „Ferien“ da. Die ersten 6 Monate waren mit Erlebnissen und Eindrücken vollgepackt und nun war Zeit, den Kopf zu verlüften und die Fiji-Time kam uns gelegen.

Tag 1
- Fahrt mit dem Katamaran von der Hauptinsel Viti Levu auf die Tavewa Insel in der Yasawa Inselkette.
- Nachmittag auf einer Sandbank mitten im Meer (nur bei Ebbe möglich) mit sünnele, bädele und schnorcheln geniessen
- Sonnenuntergang vom Gipfel der Vulkaninsel ansehen

Tag 2
- Tauchen bei 2 verschiedenen Tauchspots und staunen über Lipphaie, Weissspitzen Riffhaie, Moränen, Meeresschildkröte, Feuerfische, Anemonenfische (auch bekannt als Nemo Fisch) das Riff und die Schwerelosigkeit geniessen

Tag 3
- Ausflug zur kleinen unbewohnten Honeymoon Island. Das übliche Programm; sünnele am Korallensandstrand, bädele im kristallklaren, seichten, ca. 28°C warmen Wasser, Kokosnuss essen, entspannen, kurzer Jetski ride usw.
- Traditionelle Fiji Kava Ceremony am Abend. Dabei handelt es sich um ein Pulver aus einer speziellen Wurzel, das mit Wasser vermischt und dann gesiebt wird. Dieses Wasser, welches wie schmutziges Pfützenwasser aussieht und auch etwa so schmeckt, wird dann aus einer Kokosschale getrunken, welche im Kreis herum gegeben wird. Nach dem trinken werden Zunge und Lippen etwas taub/schwer, was sich nach einer Weile aber wieder löst :-)

Tag 4
- Weiterreise zum Long Beach Resort auf der Matacawalevu Insel. Im Gegensatz zum eher grossen Resort auf der Tavewa Insel, war dieses recht klein (max. 18 Personen), familiär geführt (von den Leuten des benachbarten Dörfchens) und sehr ruhig, aber äusserst gemütlich!
- Nachmittag verbringen mit Volleyball spielen (spektakulärer Volleyplatz direkt am stahlblauen Meer), lesen, baden, Kokosnuss essen
- Sonnenuntergang bestaunen und nur das Meer rauschen hören. Ein Moment der absoluten Ruhe und Besinnlichkeit.
- Abend in familiärer Atmosphäre bei Fijimusik ausklingen lassen

Tag 5
- Kurs im Basket Weaving machen. Ruben, der sympathische und überaus nette Mitarbeiter des Rosorts, zeigt uns, wie man aus einem Kokospalmenblatt einen Korb flechtet. Auch Bikinis und Wonder Bra’s könne er, nach Mass nehmen, erstellen ;-)
- Nachmittag verbringen mit baden, sonnen und abhängen in den riesigen saugemütlichen Hängematten unter Kokospalmen direkt am Meer.

Tag 6
- Besuch des Dorfes auf der Matacawalevu Insel. Ruben führte uns herum und wir konnten uns die Kirche (welche, dank dem Kleeblatt am Eingang unverkenntlich, von den Iren gesponsert wurde) anschauen, wo wir uns über die Fiji und westliche Kultur austauschten. Ausserdem hat uns ein Lehrer der grossen Schule (108 Kinder, auch von umliegenden Inseln) durch den Campus geführt und wir konnten Einblicke in den Unterricht gewinnen.
- Nachmittag wie gewohnt :-)
- Abend singend und lachend mit Ruben verbringen

Tag 7
-Bei Ebbe am Morgen, lief ich (Dänu), ca. 2km ins Meer heraus und kam bis ca. 200m vor die nächste Insel bevor ich hätte schwimmen müssen und joggte anschliessend am Long Beach zurück zum Resort
- Leider mussten wir die Insel nach dem Mittagessen Richtung Hauptinsel verlassen. Die 5 stündige Fahrt verbrachten wir mit sonnen, lesen und nochmals konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen bevor wir auf dem „Festland“ ankamen.

Am 5. Mai, dem Tag unserer Weiterreise nach Los Angeles, besuchten wir noch die Stadt Nadi, die erschreckenderweise in einem recht schlechten Zustand ist. Vielleicht lag’s am Unwetter, das sie vor etwa einem Monat hatten. Aber die Leute sind hier schon recht arm, was der eher starke Fiji Dollar nicht vermuten lässt. Die Zeit bis zu unserem Abflug, abends um 10, verbrachten wir dann wieder in unserem Hotel mit, wie angewöhnt, nicht viel machen und Zeit verstreichen lassen. Dies ist aber ein doch recht motiviertes Program, da unser 5. Mai ca. 43 Stunden haben wird (nach dem Abflug um 22:00, landen wir am gleichen Tag um 13:20 in Los Angeles, Datumgrenze sei Dank!).

Ach ja, die Anreise auf die Fijis war noch…

Alles verlief nach Plan, das Frühstück war sättigend, die gratis Shuttlefahrt zum Flughafen kurz und problemlos, die Rucksäcke haben wir routiniert in die Regenhülle gewickelt und alles fest mit Klebeband zugeklebt und auch die mittlerweile übliche Diskussion um unsere Tickets (oh everything is in german – down under sind sie immer wieder überrascht, dass es noch andere Sprachen gibt) ging noch. Die schon auf Ferien eingestellten Nerven wurden danach aber nochmals arg strapaziert. Alles fing damit an, dass das Gepäcktransportband nicht mehr ging und wir unser Gepäck beim „Oversize“ Schalter abgeben mussten. Gelassen stellten wir uns in die Warteschlange. Nacheinander legten die Leute ihre Gepäcksstücke auf das Band, das durch einen grossen Scanner lief. Kurz bevor wir dann an der Reihe waren, hörte ich einige Angestellte nuscheln und sah sie auf uns zeigen. Wir wurden auf die Seite gewiesen und uns wurde gesagt, dass sie unser Gepäck anschauen wollen. „Wozu“, fragte ich, „Sie haben da ja einen riesigen zuverlässigen Scanner in dem ja eh alles sichtbar ist“. Der ältere Herr liess sich nicht beirren, dies sei eine Routineuntersuchung und es werde nach gefährlichen Gegenständen gesucht. Dies passte uns ganz und gar nicht, schliesslich hatten wir uns grösste Mühe gegeben den Rucksack bestmöglich zu packen und anschliessend alles schön mit Klebeband verpackt. Noch bevor ich den ersten Rucksack auf den Tisch legte, fragte ich ihn, „weshalb wir und nicht jemand mit einem praktischen Koffer?“. Seine Aussage war simpel und klar, es sei immer nach einer gewissen Anzahl Leute, wo jemand untersucht wird. „Und da kann man keine Ausnahme machen, schliesslich hätten wir alles schön verpackt?“. Immer noch liess er sich nicht beirren – anscheinend nimmt er das Regelbuch ganz genau (falls es das gibt), obwohl er nicht sonderlich viel Motivation an den Tag legte. Tinä hat dann bei ihrem Rucksack die Verpackung selbst abgenommen, da er nicht befähigt aussah. Mit stoischer Ruhe riss er alles aus ihrem Rucksack und wühlte, eher unkonzentriert, durch den Inhalt. Das packen übernahm wieder Tinä, da er einfach alles irgendwie reinstopfen wollte. Ich hätte ihn laut anschreien können, aber etwas hielt mich davon ab. Ich hörte wie gesagt wurde, dass ihn jemand ablösen komme und er eine andere Arbeit verrichten solle. Dieser neue war ein junger Mitarbeiter des Security Staff und sofort setzte ich ein freundliches Gesicht auf. Der alte sagte dem jungen, welchen Rucksack er schon gemacht hatte und welche 3 Gepäcksstücke noch zu untersuchen seien und ging dann. Nochmals, aber freundlicher und verständnisvoller (natürlich nur gespielt), fragte ich ihn dasselbe, wie den alten und er versuchte es zu erklären, aber es schien auch ihn nicht wirklich zu überzeigen, was er da sagte. Es machte den Eindruck, als wisse er nicht genau, wofür er das nun machen solle. Ich hatte nun Lunte gerochen und diskutierte noch ein bisschen mit ihm, während wir den Rucksack mit Klebeband verpackten. Nachdem er das „Security Seal“ angebracht hatte, legte ich den Rucksack auf die anderen Gepäcksstücke und tat nicht so, als wollte ich das nächste auf den Tisch heben, stattdessen nahm ich den Trolly und er begleitete uns zum Scanner, wo wir vor den anderen Leuten unser Gepäck aufgeben konnten (anscheinend hatte er auch keine Lust gehabt noch weiter zu suchen). Bis zur Boarding time hatten sich dann unsere Nerven wieder beruhigt gehabt und wir waren pünktlich vor Ort. 20min nach Boarding Time kam eine Durchsage, das es technische Probleme gab und sie uns in 30min wieder informieren. Die nächste Durchsage (5min nach Departure Time) war dann, dass sie keine Ahnung hätten, wann es weiterginge, das Problem sei nachwievor nicht gelöst und man könne sich ins Flughafengebäude begeben, wenn man wollte und sie machen eine Durchsage, wenn’s weiter ginge. Dies war nach weiteren 5min der Fall, grosses Gelächter brach aus und die Frau bedankte sich beim guten Publikum. Bis wir dann endlich in der Luft waren, verstrich nochmals viel Zeit (wir hatten immerhin TV schauen können), weil noch viel Papierkram zu machen gewesen sei. Im Flughafen von Nadi wurden wir von einer Fiji Musikgruppe empfangen, die Einreise verlief einwandfrei und wir wurden mit einer Muschelhalskette und einem Bula (Hallo in Fiji) willkommen geheissen – so geht’s doch auch!!! :-)

Sonnige Gruesse
Daenu und Martina